Märchen und Sagen aus alten Tagen

Poweiersch Büch

Ein St. Johanner, seinem Beruf nach ein „Poweier“ (Plasterer), nahm es als starker Mann, der er war, beim Holzsammeln im Schwarzenberg nicht so genau mit den städtischen Vorschriften und trug oft ganze Bäume auf seinen Schultern mit nach Haus.

Als ihn einst der Förster bei einem solchen Holzdiebstahl erwischte, sagte er ihm, dass er ihn aus Rücksicht auf seine Armut und da es das erste Mal sei, dass er ihn ertappte, noch einmal lauffen lassen wolle, ja fügte er im Spott dazu: „Ich will Dir sogar noch einen Baum Schenken, die Buche da, doch unter der Bedingung, dass Du sie auch auf Deinen Schultern nach Hause trägst.“ Die Buche war aber eine der Stärksten, die da standen, und der gestoppte Poweier machte ein langes Gesicht, während der Förster lachend wegging und die Geschichte zum besten gab.

Von dieser Begebenheit her nannte man dann die Buche, als Eigentum des Poweiers unter gewissen Umständen „Poweiersch Büch“, und der Name ist ihr bis auf unsere Tage geblieben, nachdem sie allbereits der stärkste Baum des ganzen Reviers geworden ist.