Märchen und Sagen aus alten Tagen

Die Hexen von Malstatt und Rußhütte

Am Schacht in Malstatt lebte um 1850 die „Großkatrin“, die das Volk für eine Hexe hielt. Man erzählte von ihr, dass sie kleinen, ungetauften Kindern das Blut aussaugte. Wenn nun solche Kinder dicke Brüstchen bekamen, hieß es: „Die Großkatrin war widder an ihne.“ Um sich vor weiteren Verfolgungen zu retten, zog sie 1862/1863 nach Amerika fort.

Im Unterdorf lebte zur nämlichen Zeit etwa auch eine Hexe, die den Leuten heimlich die Kühe molk, was man daran merkte, dass sie dann ihre Milch mit Blut vermischt gaben. Um sich hier zu schützen, wurde dann eine derartige Milch aufs Feuer gesetzt, und wenn sie kochte, mit Besenreisern geschlagen, da man annahm, dass die Hexe diese Schläge spüre. Richtig musste sie auch immer nach derartigen Prozeduren am nächsten Tag das Bett hüten.
Auf der Rußhütte lebte gleichfalls um 1850 eine solche Hexe. Einst suchten Leute im Rußhütter Wald nach dem Neuhaus zu Laub. Da zeigte sich plötzlich mitten im Walde ein weißes Schweinchen, das sich auch einfangen ließ. Die Leute nahmen es mit nach Hause und sperrten es, weil es noch kalt war, in ihre Küche. Am nächsten Morgen aber war es verschwunden, es hatte seinen Weg durch den Schornstein genommen, denn es war niemand anderes gewesen als die Hexe, und als man nach ihr schaute, hatte sie noch den Strick, mit dem das Schweinchen angebunden war, an ihrem Bein.
Wieder eine andere Frau, die „Schwarzbärble“ auf der Rußhütte, hatte den bösen Blick, sodaß man ihr nicht widersprechen durfte, um sie nicht zu reizen.