Märchen und Sagen aus alten Tagen

Die Heidenkirche auf dem Halberg

Die Heidenkirche soll einst die Kultstätte der das Saartal bewohnenden Heiden gewesen sein. Als die ersten christlichen Glaubensboten ins Land kamen, verwandelten sie dies heidnische Heiligtum in kluger Anknüpfung in eine Einsiedelei und begannen von dort aus ihr frommes Werk, und selbst die dem Halberg gegenüber gegründete Kirche des hl. Arnulph verdank ihren Ursprung einem Einsiedler des Halbergs.

Zur Zeit der fränkischen Könige aus Mervigs Stamm gehörten die Ländereien an der Saar zum Königreiche Austrasien, dessen Beherrscher zu Metz residierten. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts soll König Ehildebert II. zu seinem Ratgeber Arnold II., Herzog von der Mosel, gehabt haben. Um eine Sünde zu büßen, die er an der Kirche begangen, legte Arnold sein weltliches Amt nieder, ward Geistlicher und im Jahre 593 Bischof von Metz. Er verließ jedoch später seinen bischöflichen Sitz, begab sich in die sogenannte Heidenkirche am Halberg und richtete sie sich zu einer Einsiedelei ein. Um die noch heidnischen Bewohner der Umgegend wirklich zum Christentum zu bekehren, erbaute er dem Halberge gegenüber eine den heiligen Aposteln geweihte Kirche, dieselbe, welche später nach seinem Sohne, dem hl. Arnulph, St. Arnual genannt worden sein soll.

Arnold starb im Jahre 608 und ward in der genannten Kirche begraben. Aber auch der hl. Arnulph, der 614 auch Bischof von metz geworden war, entsagte 626 seiner geistlichen Würde, trennte sich von seiner Gemahlin, welche im Trierschen Lande in ein Kloster ging, und begab sich selbst in die Einsiedelei am Halberg, um von dort aus das von seinem Vater begonnene Werk der Heidenbekehrung fortzusetzen.

Er wählte sich Johannes den Täufer zum Vorbild und erbaute in dem am rechten Ufer der Saar, dem nachmaligen Saarbrücken gegenüber gelegenen Fischerdörfchen eine dem hl. Johannes geweihte Kapelle, wovon der Ort den Namen St. Johann erhalten hat. St. Arnual aber hatte von da ab den merkwürdigen Vorzug, dass dasselbe für den zweiten Sitz des Bischofs von Metz geachtet worden ist.