Märchen und Sagen aus alten Tagen

Der blinde Nickel

In Malstatt wohnte im vorigen Jahrhundert der blinde Nickel, der durch die Saarstädte ging und geigte. Er suchte sich ohne Hund den Weg mit seinem Stock. Er übernachtete stets in Malstatt in einem Gasthaus. Dort verschwand er einst spurlos, sodaß man annahm, dass er dort ermordet und bei Seite geschafft worden sei.

Als der Wirt später starb, quoll die Leiche derartig auf, dass sich kein Sarg fand, der groß genug für sie war. Man musste den Sarg, in den man sie zwängte, zubinden, denn sie quoll immer mehr auf, und das Volk glaubte, dass sich hier der Fluch des Ermordeten zeige. Schon vorher hatte der Wirt das Haus veräußert, da es seit dem Tode des blinden Nickel in ihm nicht mehr geheuer war.