Märchen und Sagen aus alten Tagen

Das unheilbringende Diamantkreuz

Die alte St. Johanner Familie Bruch im Stiefel besaß ein kunstvoll gefasstes, sehr großes Diamantenkreuz, das der Sage nach von ihrem Ahnherrn stammen sollte, dem Propste von Wadgassen und Herbitzheim, Thomas Bruch, der in der Reformationszeit vom katholischen Glauben übertrat und eine Nonne des Klosters Herbitzheim heiratete, die damit die Ahnfrau dieses alten Saarbrücker Geschlechtes wurde.

An diesem Kreuze soll Unheil gehaftet haben, und wer es trug, hatte unfehlbar Unglück. So ließ man es, um dem zu steuern und weil es niemand mehr tragen wollte, im verflossenen Jahrhundert erst auseinandernehmen und eine Reihe einzelner Schmuckstücke daraus fertigen.

An dem großen Kreuz hing unten als Anhänger noch ein kleineres, das man unversehrt als solches ließ. Alle unheilbringenden Eigenschaften des alten Schmuckstückes gingen nun auf das kleinere Kreuz über, das heute noch niemand in der Familie tragen will.