Märchen und Sagen aus alten Tagen

Schwarzer Hund veranlasst Viehseuche

Nach einem Stadtgerichtsprotokoll von 1623 wurde beim Herrschen bösartiger Viehseuchen der berüchtigte Hirt Meister Theobald Reif von Saarwerden berufen, um sie zu brechen.

Dieser verlange zwei Ohm Wein, sott darin im Tal eine Menge Ingredienzien, wie Salz, Muskatblüte, Pfeffer, Ingwer, Enzian, Maria-Magdalenenblumen, Kalmus, Nießwurz, Eberwurz, Lorbeer, Valun, Theriak und Muskatnuß ab, verdünnte dies mit Wasser und verordnete die Mischung als Trank für das Vieh. Auch sollte dem Vieh zur Ader gelassen werden.

Natürlich ließ die Seuche nicht nach, und der Stadthirt, der zu allem Scheel sah, meinte, alles Vieh müsste sterben. Worauf der Fremde sich vernehmen ließ, so lange der schwarze Hund auf dem Bann herumlaufe, sei kein Glück vorhanden.