Märchen und Sagen aus alten Tagen

Der Messinger im Saarbrücker Stadtwald

Im Saarbrücker Stadtwald ist ein Geist, „der Messinger“, gebannt und am Schanzenberger Walde, da, wo der Weg von der Gersweilerstraße abzweigt, soll er seinen Sitz haben. Hier stand am Waldrand, etwa 20 Meter von der Straße, ein kleines Häuschen, in dem ehemals ein Sonderling namens Messinger wohnte, der sich in ihm den Hals abgeschnitten haben soll.

Seitdem geht er um und zwar ohne Kopf in seinem Häuschen, aus dem er, angerufen oder gereizt, herauskommt. Wenn man daher beim Durchwandern diese Waldes ruft:

„Messinger kumm eraus,
Ich mache´s mit Dir aus“

So soll man rechts und links von unsichtbarer Hand ein paar gewaltige Maulschellen verspüren. Nach anderer Erzählung soll auf dem Anruf „ Messinger kumm eraus“ die Antwort ertönen „Waart, waart, ich mach´es mit D´r aus, und dann sollen wieder die Maulschellen fallen.

Der Sohn einer alten Saarbrücker Judenfamilie (Lenn in der Hintergasse), den man den „Unneedig“ hieß, weil er spät nachgekommen war, soll einst in seiner Jugend, als er „Buchele“ sammelte, dies ausgerufen haben, und da soll er einen solchen Schlag erhalten haben, dass er den Abhang hinunter in den Graben flog, sein Säckchen mit „Buchele“ liegen ließ und davonlief, was er nur konnte.