Märchen und Sagen aus alten Tagen

Die Maitreffen des Fürsten Wilhelm Heinrich

Die Zahl der unregelmäßigen Geliebten dieses um Saarbrücken hochverdienten Fürsten war sehr groß. Als er einst von einer Reise von Paris zurückkehrte, hatte er, um ihnen einen Schabernack zu spielen und seinem Volke etwas zu lachen zu geben, jeder derselben ein und dasselbe blaue seidene Gewand mitgebracht.

Jede hielt sich für die Bevorzugte, und um das schöne Kleid zu zeigen und den Neid der anderen damit zu erregen, zog sie es an und wanderte damit zur Schloßkirche am Sonntag Morgen; und da sollen plötzlich aus allen Straßen und von allen Seiten die nämlichen blauen, weit aufgebauschten Kleider aufgetaucht sein zur großen Belustigung der ehrsamen Saarbrücker Bürger.