Märchen und Sagen aus alten Tagen

Die katholisch gewordene Fürstin Sophie Erdmuthe

Der Fürstin Sophie Erdmuthe soll nach der Volksmeinung im Saarbrücker Schlosse einst ihr verstorbener Gemahl Wilhelm Heinrich erschienen sein und dies sei die Veranlassung zu ihrem Uebertritt zur katholischen Kirche gewesen. Bevor sie es tat, ließ sich der Inspektor Bartels bei ihr in Lorenzen melden, um sie zu bewegen, ihren Entschluß zu ändern, doch sie ließ ihn nicht vor.

Er wartete, bis der Wagen aus dem Schlosse fuhr, um sie zu der katholischen Kirche zu bringen; da trat er an den Schlag und machte ihr nochmals desfallsige Vorstellungen, sie aber sagte: "Ich habe nun den Grund gefunden, an dem mein Anker ewig hält." Als sie zum erstenmal nach ihrem Uebertritt wieder ihren Sohn Ludwig in Saarbrücken, den nun regierenden Fürsten besuchen wollte, soll sie nicht in das Schloß hereingelassen worden sein. Und als sie ihm sagen ließ, die draußen stände, sei doch seine Mutter, soll er ihr haben sagen lassen, für sie habe er keine Kirche in seinen Landen.