Märchen und Sagen aus alten Tagen

Die Gespenster in der weißen Taube

Das Haus zur weißen Taube war von Alters her wegen der darin umgehenden Gespenster berühmt. Man erzählte sich, in französischer Zeit seien Offiziere und Spitzenhändler mit reichen Geldkassen in das Haus gegangen, aber nie mehr heraus gekommen. Tatsächlich fanden sich bei einem Umbau ca. 1840 durch Conrad Traeger im Hofe Gerippe vor, dabei sollen ein Bandelier und ein Orden gelegen haben.

Die Gespenster zeigten sich in mancherlei Gestalt. Am meisten erschien eine Frau in altertümlicher Tracht mit großer Haube, die plötzlich vor den Bewohnern des Hauses stand und ebenso schnell wieder verschwunden war. Auch einer auf der Straße vorübergehenden Dame soll Sie sich am Fenster stehend gezeigt haben, wie Sie herunterschaute und dann plötzlich wieder verschwand. Auch ein baumlanger Mann soll erschienen sein und auch sonst wurden die Bewohner von den Geistern geängstigt. Eine alte Saarbrücker dame erzählte, daß Sie nachts oft plötzlich bei der hand gefasst worden sei, und wenn Sie ihrer in demselben Zimmer schlafenden Mutter dies zugerufen habe, habe diese immer geantwortet "Ei, meine Hand ist auch gefasst".