Märchen und Sagen aus alten Tagen

Die Geister der Schlosskirche

In der Schlosskirche ist es nicht recht geheuer, in der alten Gruftkirche, wo so viele ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Da erschien noch im vorigen Jahrhundert oft ein Mann, der auf einem Teller seine eigenen feurig glühenden Augen trug. Er ging auch aus der Kirche heraus, kam durch die Küstergasse und geisterte mit Vorliebe in dem Treppengässchen nach der Altneugasse zu. Auch zeigte sich oft in der Kirche eine Frau in alter Tracht mit hoher, weißer getutelter Haube und weißem Fichu à la Marie Antoinette um die Schulter.

Bei völlig geschlossenen Türen sah sie u. a. plötzlich eine Putzfrau, die die Kirche rein machen wollte, ruhig in einer Bank sitzen; im ersten Moment glaubte sie, es sei jemand doch in die Kirche gekommen, ging zu ihr hin und forderte sich sie auf, herauszugehen, da es ja keinen Gottesdienst gäbe, da war sie plötzlich verschwunden. Auch das „graue Männchen“ spukte an der Schlosskirche, das sich einzelnen erst um 9 Uhr abends zeigte, mit Ausnahme des Küsters, dem erschien es nie.