Märchen und Sagen aus alten Tagen

Der Fürst und die Landmädchen

Von einem der Saarbrücker Fürsten erzählte man sich früher in der ganzen Umgegend von seiner Vorliebe für schöne Landmädchen. Wenn er auf seinen Ritten durch die Ortschaften kam, so hatte er ein besonderes Auge darauf. Und wenn er ein Mädchen sah, das ihm gefiel, beauftragte er es ganz herablassend und freundlich, einen Eilbrief nach Saarbrücken ins Schloß zu bringen. Kam die Botin dort an, so hielt sie bis zur Rückkehr des Fürsten gewaltsam fest.

Eine dieser Beglückten, die wohl den Sachverhalt kannte, übergab nun den Brief einer alten runzeligen Frau, die ihn auch gerne, in Erwartung eines guten Botenlohnes, überbrachte. Als man auch sie der Anweisung gemäß, festhalten ließ, soll der Fürst bei seiner Rückkehr im Zorne sie gründlich haben durchprügeln lassen. Dasselbe soll auch dem weiblichen Küchenpersonal wiederfahren sein, wenn dieser Fürst ein Frauenhaar in den Speisen vorfand.