Märchen und Sagen aus alten Tagen

Alt Saarbrücken

Alt Saarbrücken und die Gründung der neuen Stadt

Alt-Saarbrücken soll gelegen gewesen sein, uff etlicher alter Leute Berichten, in der gegend des Halbergs, uff derselben Seite zur Sar zu, da der Halberg angeht, bei den Eichbäumen, so unten und oben am Wege stehn, zwischen der Kieselbach und der Klinke. Dann sich in den Feldern daselbst noch alte Bausteine und Ziegelstücker lassen finden. Es soll auch eine hölzerne Brücke allda über die Sar gewesen sein, daher die Stadt den Namen gehabt Saarbrücken.

Von der alten St. Johanner Obermühl ging ein Weg zu dieser alten Stadt Saarbrück, auf welchem der Müller mit seinen Eseln das Mehl in die Stadt lieferte; noch dato heißt dieser Weg der Eselspfad, der bis gegen den Halberg gehet, wo die Stadt gestanden. Unten an der Burg gegen das Dorf St. Johann, ein Fischerdorf, war nur ein großer Rachen zum Überfahren; daselbst war keine Heerstraße, denn der Weg von hier nach Forbach ging durch das Gebück über den Rothenhof und kam erst oben in dem Arnualer Weyer in die viam regiam.

Nachdem dies Alt-Saarbrück im Kriege zerstört wurde, entstand die neue Stadt, begründet von Einwohnern der alten und auch dadurch, daß die Bewohner von drei gleichfalls im Kriege zerstörten Dörfern, die Breitenbach, Tiefental und Habst geheißen haben sollen, sich zur Gründung zusammentaten und so die neue Stadt mit besiedeln halfen; so soll denn auch der Bann des Dorfes Habst erst an Saarbrücken gefallen sein, nachdem die Bewohner dieses zerstörten Ortes in die neue Stadt als Bürger aufgenommen waren.