Märchen und Sagen aus alten Tagen

Der wilde Jäger des Stiefels

Vom großen Stiefel, dem Rodensteine der Saar- und Bliesgegend, zieht dem wütenden Heere voran der wilde Jäger ein gewisser Freiherr von Maltitz, welcher allenthalben im Umkreise noch spukt. Sein Jagdbereich erstreckt sich von Staffel und Stiefel über das Scheidter-, Sulzbach- (Malditzeberg bei Dudweiler) und Köllertal bis in das Prims- und Neustadter Tal, und die Kinder schreckt man bis auf den heutigen Tag mit dem Ruf: „ O wei, der Malditz kommt!“
Im Scheidter- und Sulzbachtal ist Maltitz aber nicht nur Anführer der im Herbststurm durch die Wälder und Felder brausenden „prosorschen Jagd“, er erscheint auch zu anderen Zeiten und sogar am hellen Mittag, als langer, hagerer, steinalter Förster. Gewöhnlich sitzt er dann bewegungslos auf einem Grenzstein am Waldesrand, bis ihn die Leute, die auf dem Felde arbeiten, entdecken und sich zuraunen: „ Der Maltitz, der ewig Jär, do owwen am Wald huckt´r !“ Ehe sich die Leute aber recht umsehen, ist er wieder verschwunden.