Märchen und Sagen aus alten Tagen

Der Jägerpfuhl

Auf der höchsten Stelle des Hölschberges bei dem Dorfe Erfweiler lag noch zu Menschengedenken ein kleiner Weiher, der Jägerpfuhl; heute ist er mit Gras und Binsen zugewachsen.

Vor langer Zeit hauste daselbst ein grausamer Förster mit seinen Banditen. Niemand getraute sich, den Wald zu betreten, und wehe dem, der in seine Hände fiel.
Eines Tages verfolgte der Wüterich lange Zeit einen Hasen. Der eilte dem Forsthause zu und umsprang dasselbe. Da rief der grimmige Jäger: „Wenn ich ihn nicht treffe, so soll mein Haus verflucht und verwünscht sein und in den Boden sinken !“ Er schoß und fehlte. Und er und seine ganze Meute versank in den Abgrund, und an dem Orte entstand ein Weiher, der Jägerpfuhl geheißen. A

ber der gottlose Förster hat auch heute noch keine Ruhe gefunden. Zur Advents- und Fastenzeit fährt er durch den Wald, und mit Geheul und Hundegebell schreckt er bei Tag und Nacht den einsamen Wanderer die Schar der Kinder und das scheue Wild.