Märchen und Sagen aus alten Tagen

Die drei Wiesenfräulein

Früh vor Tagesanbruch mähte am Siedelwalde ein Bauer auf seiner Wiese. Da vernimmt er auf einmal ein liebliches Klingen wie Stimmen der Vögel, zugleich traten aus dem nebel drei Jungfrauen des zartesten Alters hervor, in langen weißen Gewanden und tanzten einen wunderseltsamen Tanz. Die eine trug einen silbernen Halbmond auf der Stirne. Plötzlich krähte der Hahn auf der benachbarten Mühle, und im Nu war die Erscheinung verschwunden, doch mit einem Gelächter, daß es dem Bauer fast graute.

Später erfah man an jener Stelle die sogenannten "Hexenringe", die zur Herbstzeit auf Anger und Wiese vorkommenden Kreise von großen und kleinen Pilzen, dort in der Gegend "Hundsfischt" oder "Bovist" genannt.